Gipskartonplatten verspachteln – So geht‘s

Gipskartonplatten verspachteln – So geht‘s

Glatte Oberflächen bilden die perfekte Grundlage zum Tapezieren und Streichen und gehören zum Trockenbau dazu. Wie Sie solch glatte Flächen in Ihren vier Wänden hinbekommen, indem Sie Gipskartonplatten verspachteln, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

Wie sollen die Wände und/oder Decken bearbeitet werden?

Im ersten Schritt muss festgelegt werden, welchen Zweck die Gipskartonplatten erfüllen sollen. Sollen diese bspw. mit Raufaser oder Vliestapete tapeziert werden oder sollen die Platten sogar nur einen Anstrich bekommen. Je nachdem, wie entschieden wird, muss die Verspachtelung der Gipsplatten ein bestimmtes Qualitätsniveau erreichen:

  • Q1 (Grundverspachtelung): Für Oberflächen geeignet, an denen keine optischen Anforderungen gestellt werden wie bspw. Fliesen.
  • Q2 (Standardverspachtelung): Geeignet für mittel- und grob strukturierte Wandbekleidungen (z. B. Raufasertapete mit mittlerer und grober Körnung).
  • Q3 (Sonderverspachtelung): Geeignet für fein strukturierte Wandbekleidungen, matte Anstriche oder für dekorative Oberputze.
  • Q4 (Vollverspachtelung): Geeignet für glatte oder fein strukturierte Wandgestaltungen wie Vinyltapeten und für Anstriche und Beschichtungen.

Gipskartonplatten verspachteln – Schritt für Schritt zur glatten Oberfläche

Q1 (Grundverspachtelung)

Dieser Schritt fällt bei allen Trockenbauarbeiten mit Gipskartonplatten an. Die Stoß- und Anschlussfugen müssen im ersten Spachtelvorgang grob mit Spachtelmasse gefüllt werden. Hierfür nimmt man etwas Spachtelmasse auf die Glättekelle und drückt diese quer zum Fugenverlauf in die Fuge. Danach wird das überschüssige Material in Längsrichtung mit der Kelle abgezogen, indem diese etwas schräg gehalten wird. Wenn die Platten verschraubt worden sind, müssen auch die Schraubenköpfe verspachtelt werden.

Diese Vorgehensweise ist in den meisten Fällen jedoch nur eine Vorstufe. Sie dient als abschließende Verspachtelung, wenn hier z. B. Fliesen angebracht werden sollen.

Q2 (Standardverspachtelung)

Hier werden die Fugen nicht nur grob aufgefüllt, sondern in einem weiteren Spachtelgang bündig verschlossen. Ab dieser Stufe ist es angeraten, die Stöße (Übergänge) mit Fugendeckstreifen (Bewehrungsstreifen) zu versehen. Diese sind selbstklebend und einfach anzubringen. Sie sorgen dafür, dass später keine Risse an den Übergängen entstehen.

Dies kann auch schon beim ersten Spachtelgang durchgeführt werden.

Gipskartonplatten verspachteln

Q3 (Sonderverspachtelung)

Diese Stufe setzt voraus, dass die beiden vorherigen Stufen durchgeführt wurden. Darüber hinaus werden die Fugen und Stöße in einem weiteren Arbeitsgang noch breiter mit Spachtelmasse verstrichen. Dann werden die Gipsplatten scharf abgestrichen, um die Poren zu vertiefen.

Q4 (Vollverspachtelung)

Dies ist die höchste Oberflächengüte und sorgt für eine einwandfreie und glatte Oberfläche. Diese Stufe setzt die Arbeiten bis Q3 voraus. Zusätzlich wird eine vollflächige Deckschicht aus Spachtelmasse oder Dünnputz in einer Stärke von 1mm bis 33mm aufgetragen und anschließend glatt abgezogen

Es ist wichtig, dass die Spachtelmasse nach jedem Arbeitsgang gut durchtrocknet und mit dem Untergrund sauber abbindet. Nach jedem Spachtelgang kann es sein, dass Überschüssiges noch abgeschliffen werden muss. Hierfür eignet sich am besten ein Handschleifer, der mit kreisenden Bewegungen die Masse gerade schleifen kann.

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